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Rückblick

Creativity on Tap #1: Brauereien und Gastronomie wollen enger zusammenarbeiten

07. März 2023
Humbser und Freunde, Fürth
Creativity on Tap #1

Bei der ersten Ausgabe von Creativity on Tap kamen über 20 Vertreterinnen und Vertreter aus Brauereien, Gastronomie, Zulieferbetrieben, Politik und Verwaltung zusammen. Im Mittelpunkt standen Rohstoffmangel, Energiepreise, Personal, Bierpreis, Vermarktung, Immobilien, Leergut, Logistik und die Frage, wie Brauereien und Gastronomie künftig enger zusammenarbeiten können.

Pressemitteilung

Über 20 Vertreter und Inhaber, teils namhafter Betriebe wie die Schanzenbräu, die Brauerei Rittmayer oder die Brauerei Weißenohe, aber auch feste Größen der Nürnberger Gastroszene wie Thomas Landherr (u.a. Fränkisches Bierfest, Zeltner Bierhaus), Axel Müller (u.a. Bratwursthäusle, Burgwächter) oder Christian Wagner (u.a. Pillhofer, WurstDurst) folgten der Einladung des Verbands, der vertreten wurde durch die Vorstandsmitglieder Roland Weiniger und Thomas Kolb. Hinzu kamen weitere Akteure der Wertschöpfungskette, wie die Bamberger Malzfabrik Weyermann oder Bierbotschafter Joe Holler. Denn große und branchenübergreifende Treffen, außerhalb von Messegeschehen, haben seit Corona bislang nicht mehr stattgefunden.

In seiner Begrüßung hob der stellvertretende Vorsitzende der KulturGilde, Roland Weiniger, die Bedeutung von Brauereien und Gastronomien, insbesondere für Franken, hervor und bezeichnete die kürzlich vom Deutschen Brauerbund veröffentlichte Statistik der unverhältnismäßigen Preissteigerungen bei der Bierherstellung von Energie (+750%), über Rohstoffe (+90%) bis zu Flaschen oder Bierkästen (40–70%) als "Liste des Schreckens". Er warnte vor den soziokulturellen Folgen, die die fortwährenden Schließungen von Gastronomiebetrieben mit sich bringen werden: "Gaststätten, Restaurants und Kneipen sind wichtige Treffpunkte für alle Gesellschaftsschichten."

Georg Rittmayer, Präsident des Verbands der privaten Brauer Bayerns, forderte die Politik auf, die Wirtschaftsgrundlage der Brauereien zu stärken und fragte, warum noch immer eine Biersteuer erhoben werde, während es auf Wein keine Steuer gäbe.

Neueste Erkenntnisse aus der Wissenschaft zu neuen Geschmackserlebnissen von alkoholfreiem Bier lieferte Kai Büchner, Doktorand an der TU München Weihenstephan, dessen Ergebnisse auf großes Interesse bei den Brauern stießen.

Online zugeschaltet wurde auch Robert Strobel, der als Inhaber der Brauerei "Schlierseer Kindl" einen kurzen Einblick in die oberbayerische Bierlandschaft gab.

Um die Brisanz der wirtschaftlichen Situation der Branche direkt der Politik und Stadtverwaltungen widerzuspiegeln, bat die KulturGilde die Schirmherren der Veranstaltung – den Oberbürgermeister der Stadt Fürth, Dr. Thomas Jung, den Bundestagsabgeordneten Carsten Träger, den designierten Kämmerer der Stadt Nürnberg, Thorsten Brehm, und den Landtagsabgeordneten Horst Arnold – nicht nur um Grußworte, sondern bot Gelegenheit für persönliche Gesprächsmöglichkeiten an einem Netzwerkabend nach der Konferenz. Darüber hinaus nahmen weitere Gäste aus Politik und Verwaltung teil, u.a. die Leiterin der IHK Fürth, Dr. Maike Müller-Klier, der Vorsitzende des SPD Unterbezirks Fürth, Matthias Dornhuber, die Ortsvereinsvorsitzende Zirndorf, Sandra Hauber, sowie die Bezirkstagskandidatin für Nürnberg-West, Sabine Knuhr.

In Gruppen- und Diskussionsrunden suchten die Teilnehmenden den Erfahrungsaustausch zu Themenfeldern wie Personal, Bierpreis, Vermarktung, Immobilien oder Leergut und Logistik. Es wurde schnell klar, wie wichtig die übergreifende Vernetzung der Branche von der Rohstoffherstellung bis hin zu Handel und Gastronomie ist.

Nachfolgend führen wir eine Auswahl der diskutierten Themenfelder auf. Der Verband KulturGilde wird diese mit verschiedenen Projekten unterstützen.


Themenfeld: Bierpreis

Für kleine und mittelständische Brauereien sowie Gastronomiebetriebe sind die steigenden Bierpreise immer schwerer zu kommunizieren. Gleichzeitig bieten industrielle Hersteller ihr Bier über den Handel zu Niedrigstpreisen an, was zu einer großen Irritation bei den Konsumenten führt.

Von Seiten der Teilnehmer wurde deshalb eine Imagekampagne für handwerklich gebrautes Bier gefordert, um sich von industriellen Herstellern abzugrenzen.

Als Verband der Kultur- und Kreativwirtschaft unterstützt die KulturGilde ein solches Vorhaben gerne mit dem gesammelten Know-how der verschiedenen Teilbranchen wie PR, Design oder Werbung.

Die KulturGilde wird hierzu den Brauereien und Gastronomien auf der nächsten Creativity on Tap einen grundsätzlichen Vorschlag präsentieren.

Vorteile des handwerklichen Brauens gegenüber industrieller Produktion

Geschmack: Handwerklich hergestelltes Bier hat oft einen komplexeren und vollmundigeren Geschmack als industriell hergestelltes Bier. Die Verwendung hochwertiger Zutaten, die sorgfältige Kontrolle von Temperatur und Gärzeit sowie der Einsatz traditioneller Methoden tragen zu einem einzigartigen Geschmack bei.

Vielfalt: Handwerksbrauereien experimentieren oft mit neuen Zutaten und Geschmacksrichtungen, um innovative Biere zu kreieren.

Lokalität: Handwerklich hergestelltes Bier stärkt die Verbindung mit der lokalen Gemeinschaft und fördert den regionalen Tourismus.

Nachhaltigkeit: Lokale Zutaten und nachhaltige Methoden reduzieren die Umweltbelastung.

Handwerkliches Können: Die Bierherstellung vereint biologische Prozesse (Fermentation), chemische Reaktionen (Maischung) und technische Anforderungen (Kessel, Qualitätskontrolle) auf einzigartige Weise.

Bier ist kein einfaches Lebensmittel, sondern ein hochwertiges Genussgut – ein komplexes Getränk mit verschiedenen Aromen, Texturen und Geschmacksprofilen, das von Menschen seit Jahrtausenden geschätzt wird.


Themenfeld: Personal

Insbesondere die Gastronomie hat mit einem Mangel an Fachkräften zu kämpfen. Die Auswirkungen sind längst auch vom Konsumenten zu spüren – sei es durch verkürzte Öffnungszeiten, verkleinerte Speisekarten oder gar die komplette Schließung des Betriebs.

Die Gründe dafür sind vielfältig:

  • Corona-Nachwirkungen: Viele qualifizierte Fachkräfte haben die Branche verlassen und sind nicht zurückgekehrt.
  • Arbeitsbedingungen: Lange Arbeitszeiten, Wochenend- und Feiertagsdienste sowie hoher Stresspegel werden als belastend empfunden.
  • Wirtschaftliche Unsicherheit: Saisonale Schwankungen führen zu Unsicherheit bei Beschäftigten.
  • Löhne: Steigende Lebenshaltungskosten erschweren wettbewerbsfähige Gehälter.

Die KulturGilde wird dieses Themenfeld in den politischen Diskurs einbringen und gemeinsam nach Lösungen suchen. Darüber hinaus wird der Verband eine Netzwerktagung für die Immobilien- und Baubranche organisieren.


Themenfeld: Vernetzung

Eines der wichtigsten Ergebnisse der Fachtagung war der Wunsch nach einer regelmäßigen Vernetzung aller Beteiligten.

Eine engere Kooperation zwischen Brauereien, Gastronomien und Zulieferern kann dazu beitragen, die Qualität und Innovation in der Branche zu verbessern, gemeinsame Projekte zu initiieren und nachhaltige Praktiken zu fördern. Auch die Beziehung von Brauereien und Gastronomien (Stichwort "Brauereibindung") kann neu diskutiert werden.

Die KulturGilde hat sofort reagiert und mit einer Nachfolgeveranstaltung am 16. Mai eine zweite Auflage von Creativity on Tap in Erlangen organisiert.

Die nächste Ausgabe von Creativity on Tap sollte Ende September / Anfang Oktober stattfinden.

Schirmherrschaft und politische Begleitung

Die erste Ausgabe von Creativity on Tap wurde politisch von mehreren Schirmherren begleitet. Die KulturGilde nutzte die Veranstaltung, um die wirtschaftliche Lage von Brauereien und Gastronomie direkt mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Verwaltung ins Gespräch zu bringen.

TJ

Dr. Thomas Jung

Oberbürgermeister der Stadt Fürth

Schirmherr Creativity on Tap #1

CT

Carsten Träger

Bundestagsabgeordneter

Schirmherr Creativity on Tap #1

HA

Horst Arnold

Landtagsabgeordneter

Schirmherr Creativity on Tap #1

TB

Thorsten Brehm

Designierter Kämmerer der Stadt Nürnberg

Schirmherr Creativity on Tap #1

Selbst etwas entwickelt?

Viele Innovationen in Brauereien entstehen nicht im Labor, sondern im Betriebsalltag: weil ein Arbeitsschritt einfacher, ein Verfahren sparsamer oder ein Getränk besser werden sollte. Solche Lösungen können beim Peter-Henlein-Preis eingereicht werden.

Kostenfreie Einreichung bis 2. Oktober 2026.

Informationen für Brauereien

Quelldokument: Bericht Creativity on Tap #1.docx

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